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Montag, 28. Januar 2008

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Nach dem Marathon ist vor dem Marathon

Es folgte der Avon-Frauenlauf (Power-Walking über 10 km) und ich gehörte doch tatsächlich zum ersten Drittel der eingelaufenen Teilnehmerinnen. Da hätte ich nie mit gerechnet! Ich war ganz hinten gestartet und ganz unehrgeizig zu Beginn, um dann während des gesamten Laufs eigentlich nur noch zu überholen und DAS hat am meisten Spaß gemacht. Beim Walken dauert es nämlich so seine Zeit, bis man an jemandem vorbei gezogen ist - manchmal einige Minuten - und es ist völlig gegen meine Walker-Ehre mal eben ein Stück zu sprinten.

Walken ist eben Walken und nicht Laufen, auch wenn das Publikum da anscheinend nicht so den genauen Durchblick hat. Als Walker wirst du ständig mit Durchhalteparolen bedacht. "Du schaffst es! Nicht aufgeben!" Ich schaue dann kurz, lächele und rufe: "Ich weiß! Ich weiß!"

Zum Marathon wurde es dann noch einmal so richtig spannend: "Die Götter prüfen nur die Starken". Erst hatte meine Schwester 2 Fahrradstürze hintereinander, dann bekam ich zwei Wochen vorher eine Erkältung, was mir wirklich selten passiert. Und ca. 10 Tage vor dem Start hatte ich noch einen Mofa-Unfall mit einem dicken Knie als Folge. Seit fast 10 Jahren fahre ich nun schon bei Glatteis und meterhohen Schneewehen und noch nie habe ich mich lang gelegt. Das hat mich wieder einmal Demut vor dem Schicksal gelehrt oder wie die Buddhisten sagen: "Niemand ist Herr des morgigen Tages". Über ein Jahr diszipliniertes Training, zu jeder Jahreszeit, bei Wind und Wetter. Und auch auf dem Laufband im Studio: Als ich mich nach Monaten des Zögerns endlich unter Aufsicht und in Begleitung meiner Schwester auf dieses Teufelsgerät wagte und ich wider Erwarten nicht hinten runter fiel...all diese Mühen können in wenigen Momenten zunichte gemacht werden. Wahrscheinlich ist dies das Risiko eines jeden längerfristig gesteckten Ziels.

Doch am 25. September war alles so wie es sein sollte: Wir waren genesen von unseren Krankheiten, die Sonne schien, es wimmelte von schönen Männern am Start, ich trug mein neu gestaltetes T-Shirt mit einem selbst gemachten Aufdruck auf dem Rücken: Für Sputnik, Oma und die Liebe. Mehr...