Nach dem Marathon ist vor dem Marathon
Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie wir gelacht haben bei der Montage. Und als ich das erste mal drauf stieg und versuchte die langen Hebel zu bewegen und gleichzeitig zu treten. Ich fiel fast runter dabei und war nach einige Minuten so kaputt, dass ich wieder absteigen musste. Wir nahmen damals alles auf Video auf - vorsichtshalber - um das Teil notfalls wieder ordnungsgemäß demontieren zu können und ggf. zurück zu schicken.Aber ich war hoffnungsvoll und trainierte von da an beinahe täglich meine Ausdauer. Mit Kopfhörern und brechend lauter Tekkno-Musik steigerte ich mich recht schnell und konnte den Gerätewiderstand bzw. Schwierigkeitsgrad flott erhöhen.
Parallel dazu begann ich, in voller Montur, ohne jegliche Vorbildung (was sportliches Outfit betraf), d.h. in Jeans, dicker Jacke und Boots - nur begleitet von meinem neuen (11 Jahre alten) Coach, meinem Hund Sputnik, dreimal die Woche a 10 km durch die Felder und Wälder zu hecheln. Für einen Anfänger ein hartes Pensum! Ich schwitzte wie eine Verrückte in meinen vielen Klamotten, hatte Schmerzen überall und nirgendwo und konnte doch, auch nach Monaten, noch immer keine Steigerung meines Tempos erkennen. Irgendwas machte ich falsch. Aber was? Ich entschied mich also zum Studium von Fachliteratur. Ein Weg, der sich schon oft bewährt hat.
Vor ca. anderthalb Jahren begann ich dann gezielt, mit Hilfe von Trainingsplänen aus meiner neuen "Bibel", mit meinem persönlichen Fitness-Programm.
Eigentlich bin ich kein sehr ehrgeiziger Mensch, ich bin eher hartnäckig oder stur. Ich nenne das meine "Pitbull"-Mentalität. Wer einmal einen dieser Hunde in drei Meter Höhe in einem Baum hat hängen sehen, verbissen in einen Ast, weiß was ich meine: Wenn einmal entschieden, dann bloß nicht wieder loslassen, egal was kommt! Genau genommen war es nach meinem Abitur mein erstes Ziel im Leben, was zu erreichen länger dauern würde, als nur wenige Wochen oder Monate. Mehr...